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Prop Trading Firmen 2026: 6 Anbieter im Vergleich, mit Kosten und Regeln

Erik Freutel

Erik Freutel

Ich teste, was mich selbst interessiert – und schreibe nur über Themen, von denen ich wirklich etwas verstehe.

Prop Trading Firmen geben dir Kapital, wenn du eine Prüfung bestehst. Die Prüfung kostet Geld, die meisten fallen durch, und die Firmen leben genau davon. Hier sind sechs Anbieter mit Preisen, Regeln und Auszahlungsbedingungen, dazu die Fragen, die du vor dem ersten Euro klären solltest.

Ich habe vor gut einem Jahr vier Challenges gehandelt, bei OneUp und bei FTMO. Eine davon habe ich bestanden, glaube ich. Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, und das sagt eigentlich alles über Prop Trading als Einkommensquelle: Es hat Spaß gemacht, es war jedes Mal aufregend, und Geld verdient habe ich damit nicht. Wer es als Einkommen plant, sollte den Abschnitt zu den Regeln zweimal lesen.

Dieser Vergleich basiert auf dieser Erfahrung, auf den aktuellen Regeln und Preisen der Anbieter, auf Trustpilot und auf Berichten aus Foren. Was sich seit meinen Challenges geändert hat, habe ich geprüft. Was ich nicht weiß, sage ich.

Die sechs Anbieter im Überblick

AnbieterMärkteKontenEinstiegProfit-SplitDrawdownTrustpilotSeit
FTMOCFDs (Forex, Indizes, Krypto)10.000 bis 200.000 $ab 89 €80 %, bis 90 %5 % täglich, 10 % gesamt, statisch4,8 (52.000)2015
The5ersCFDs, seit 2026 Futures2.500 bis 250.000 $ab 19 $80 bis 100 %, je nach Programm5 % täglich, 10 % gesamt (High Stakes)4,7 (37.500)2016
TopstepFutures (CME)50.000 bis 150.000 $49 $/Monat + 149 $ Aktivierung90 %EOD-Trailing, 2.000 $ bei 50K3,6 (14.800)2012
FundedNextCFDs, Futures2.000 bis 200.000 $Preis nur im Konfigurator, Code ERIKSBLOG: 30 % auf CFDs, 10 % auf Futures80 %, 95 % als Aufpreis5 % täglich, 10 % gesamt (2-Step)4,5 (79.000)2022
IQ CapitalCFDs, Krypto, Futures10.000 bis 200.000 $ab 9 $bis 90 %EOD4,7 (489)2024
OneUp TraderFutures (CME)25.000 bis 250.000 $65 $/Monat100 % auf die ersten 10.000 $, dann 90 %Trailing, ohne Tageslimit4,7 (2.750)2016

Trustpilot-Werte vom 15.09.2026.

Was Prop Trading ist

Eine Prop Trading Firma (proprietary trading, Eigenhandel) stellt dir Kapital zur Verfügung, mit dem du handelst. Vorher musst du in einer Challenge zeigen, dass du ein Gewinnziel erreichst, ohne bestimmte Verlustgrenzen zu reißen. Die Challenge kostet eine Gebühr, meist zwischen 50 und 1.000 Euro, je nach Kontogröße.

Bestehst du, bekommst du ein „Funded Account“. Das ist in den meisten Fällen ein Demo-Konto, dessen Gewinne die Firma dir auszahlt, meist 80 bis 90 Prozent. Die Firma sichert sich im Hintergrund ab oder auch nicht, das ist ihr Risiko.

Fällst du durch, ist die Gebühr weg. Und das ist das Geschäftsmodell: FTMO hat 2024 rund 200 Millionen Euro Umsatz gemacht, fast alles aus Challenge-Gebühren. Mitgründer Otakar Šuffner nennt eine Bestehensquote von rund zehn Prozent. Von denen schafft etwa die Hälfte eine Auszahlung.

Rechne das kurz durch: Von 100 Leuten, die eine Challenge kaufen, bekommen fünf Geld. Meine Quote war eine von vier, also besser als der Schnitt, und trotzdem kein Einkommen.

1. FTMO: der Maßstab, seit 2015

FTMO aus Prag ist die bekannteste Prop Firma der Welt, und die meisten anderen kopieren ihr Modell. Über 650 Millionen Dollar ausgezahlt seit 2015, Trustpilot 4,8 bei über 52.000 Bewertungen. Wenn du einen Anbieter suchst, bei dem die Auszahlung nicht das Risiko ist, bist du hier richtig.

Kosten: Die 2-Step-Challenge kostet rund 89 € für das 10.000-$-Konto, rund 540 € für 100.000 $ und rund 1.080 € für 200.000 $. FTMO zeigt Preise erst im Konfigurator, Stand September 2026. Die Gebühr bekommst du mit der ersten Auszahlung zurück. Das machen nicht alle.

Regeln: Zwei Phasen, erst 10 Prozent Gewinn, dann 5 Prozent. Maximal 5 Prozent Verlust pro Tag, 10 Prozent gesamt, beides statisch, also fest auf den Startsaldo bezogen. Kein Zeitlimit, aber mindestens vier Handelstage pro Phase. Seit 2025 gibt es auch eine 1-Step-Variante mit 10 Prozent Ziel, 3 Prozent Tagesverlust und End-of-Day-Drawdown.

Auszahlung: 80 Prozent Profit-Split, nach 14 Tagen möglich, Bearbeitung ein bis zwei Werktage. Wer alle vier Monate 10 Prozent Gewinn zeigt, wird auf 90 Prozent hochgestuft und das Konto wächst um 25 Prozent.

Kritik: FTMO ist nicht mehr unumstritten. In Foren häufen sich Berichte über abgelehnte Auszahlungen wegen „Gambling“-Vorwürfen, meist bei Tradern mit über 1 Prozent Risiko pro Trade. Die Regel steht im FAQ, nicht auf der Preisseite. Wer sie kennt und einhält, hat nach allem, was ich finde, keine Probleme. Wer sie nicht kennt, verliert eventuell ein gewonnenes Konto. Dazu: nur CFDs, kein echtes Futures-Funding.

Meine Erfahrung: Zwei meiner vier Challenges liefen bei FTMO. Die Plattform war die sauberste von allen, das Dashboard zeigt dir jederzeit, wie weit du von jeder Grenze weg bist. Genau das hat mich am Ende auch rausgeworfen: Man sieht die 5-Prozent-Grenze näher kommen und handelt trotzdem weiter.

FTMO

Die längste Historie im Vergleich, Gebühr kommt mit der ersten Auszahlung zurück.

2. The5ers: für Leute mit Geduld

The5ers aus Israel ist seit 2016 am Markt und fährt einen anderen Ansatz: Klein anfangen, über Jahre skalieren. Der Einstieg kostet inzwischen weniger als ein Abendessen, und wer konstant liefert, wächst laut Anbieter bis 4 Millionen Dollar. Die Profit-Split-Kurve geht von 80 auf 100 Prozent.

Kosten: Bootcamp (3 Phasen) ab 22 $ für ein 20.000-$-Konto, High Stakes (2 Phasen) ab 19 $ für 2.500 $, dazu ein 1-Step-Programm ab 249 $ für 100.000 $. Die Preise ändern sich häufig, dazu Rabattcodes.

Regeln: Bootcamp mit 6 Prozent Ziel pro Phase und 5 Prozent Maximalverlust, Hebel nur 1:30. High Stakes 10 Prozent in Schritt eins und 5 Prozent in Schritt zwei, 5 Prozent Tagesverlust, 10 Prozent gesamt, Hebel 1:100. Kein Zeitlimit in allen Programmen.

Auszahlung: Ab 14 Tagen. Im 1-Step-Programm liegt die Mindestauszahlung bei 250 $ und der Auszahlungsdeckel bei 2.000 $. Eine prozentuale Auszahlungsgebühr, die früher genannt wurde, steht heute nicht mehr auf den Programmseiten.

Kritik: Im März 2026 hat The5ers selbst Verzögerungen bei Auszahlungen eingeräumt. Seitdem ist das Vertrauen in Foren gesunken, ein Vergleichsportal hat die Bewertung von 4,6 auf 3,3 gesenkt. Zusätzlich widersprechen sich die eigenen Seiten: Die Startseite wirbt mit 4 Millionen Skalierung, die High-Stakes-Seite nennt kleinere Stufen. Wer hier einsteigt, sollte klein anfangen und die erste Auszahlung abwarten, bevor er mehr Geld in Challenges steckt.

The5ers

Günstigster Einstieg im Vergleich, dafür lange Skalierung und wechselnde Programme.

3. Topstep: der Futures-Klassiker, mit Abo

Topstep aus Chicago macht seit 2012 nur eins: Futures. Kein Forex, keine Kryptos, nur CME-Kontrakte wie ES, NQ oder CL. Wer Futures handelt, landet früher oder später hier.

Kosten: Kein Einmalpreis, sondern Abo. Der Einstieg liegt bei 49 $ pro Monat für das 50.000-$-Konto, dazu 149 $ Aktivierung nach Bestehen. Alternativ gibt es einen Pfad mit höherer Monatsgebühr und ohne Aktivierungsgebühr. Solange du in der Challenge bist, läuft das Abo. Drei Monate Combine kosten also 147 $ plus Aktivierung, nicht 49 $. Topstep fährt fast durchgehend Rabatte, den Listenpreis zahlt kaum jemand.

Regeln: Ein Gewinnziel (3.000 $ bei 50K), ein Maximalverlust (2.000 $ bei 50K) als End-of-Day-Trailing: Die Verlustgrenze wandert mit deinem Tagesschlusssaldo nach oben und bleibt stehen, sobald sie den Startsaldo erreicht. Consistency Rule: Dein bester Tag soll unter 55 Prozent des Gewinnziels bleiben, sonst steigt das Ziel. Kein Zeitlimit.

Auszahlung: 90 Prozent Split im Express Funded Account, Auszahlungen wöchentlich. Topstep meldet über 99 Prozent pünktlich.

Kritik: Trustpilot nur 3,6 bei knapp 15.000 Bewertungen, deutlich unter den anderen. Die häufigsten Beschwerden: Das Abo läuft weiter, wenn man vergisst zu kündigen, und der Trailing Drawdown wird in Echtzeit inklusive offener Positionen gerechnet, also kann ein Konto mitten im Trade fallen. Wer das versteht, hat mit Topstep eine der stabilsten Firmen im Futures-Bereich.

Topstep

Futures mit wöchentlicher Auszahlung. Denk an die Kündigung, das Abo läuft weiter.

4. FundedNext: viel Auswahl, kleine Sternchen

FundedNext aus den Emiraten gibt es erst seit 2022, ist aber nach Bewertungen schon einer der größten Anbieter: Trustpilot 4,5 bei fast 79.000 Bewertungen. Vier CFD-Modelle (Stellar 1-Step, 2-Step, Lite, Instant), seit 2026 auch Futures.

Kosten: FundedNext nennt die Preise nicht auf der Startseite, sondern erst im Konfigurator nach Auswahl von Modell und Kontogröße. Rechne bei den kleinen Konten mit einem zweistelligen Dollarbetrag. Mit Code ERIKSBLOG 30 % Rabatt auf CFD-Challenges, 10 % auf Futures. Die Gebühr kommt nach der ersten Auszahlung zurück, teilweise mit Aufschlag.

Regeln: 2-Step mit 5 Prozent täglich und 10 Prozent gesamt, 1-Step enger mit 3 und 6 Prozent. Kein Zeitlimit. Besonderheit: Schon in der Challenge bekommst du 15 Prozent der Gewinne ausgezahlt. Consistency Rule bei 40 Prozent, außer bei Instant.

Auszahlung: 80 Prozent Split. Die beworbenen 95 Prozent gibt es nur als kostenpflichtiges Upgrade beim Kauf, der Preis dafür steht nicht auf der Preisseite. Auszahlung laut Anbieter binnen 24 Stunden, sonst 1.000 $ Entschädigung.

Kritik: Zwei Dinge. Erstens die Sternchen: 95 Prozent, 4 Millionen, 24 Stunden, alles mit Bedingungen, die man suchen muss. Dazu die Preise, die man erst im Kaufprozess sieht. Zweitens berichten Trader, dass Regeln bei profitablen Konten plötzlich strenger ausgelegt werden. Die Spreads sind nach Tests von Kagels Trading größer als bei FTMO. Für kleine Challenges zum Ausprobieren okay, für ein großes Konto würde ich FTMO vorziehen.

FundedNext

Große Auswahl an Modellen. Lies das Kleingedruckte zu den 95 Prozent.

5. IQ Capital: der Anbieter mit deutschem Gründer

IQ Capital ist die jüngste Firma im Vergleich, gegründet 2024 von Christoph Radecker, den viele aus dem deutschen Trading-YouTube kennen. Deutscher Support, deutsche Regeln, und ein Einstieg, den es sonst nicht gibt: Challenges ab 9 $, in Aktionen mit bis zu 85 Prozent Rabatt.

Kosten: 10.000-$-Challenge ab 9 $, regulär 49 $ für 50.000 $ und 95 $ für 100.000 $, bis 200.000 $. Instant-Funding-Konten ohne Challenge gibt es auch.

Regeln: Maximal 1 Prozent Risiko pro Trade, in der Challenge als Soft Breach: Die Position wird glattgestellt, das Konto bleibt. Im Funded Account sind zwei Verstöße erlaubt, beim dritten ist das Konto weg. Drawdown End-of-Day. Übernacht und über das Wochenende halten erlaubt.

Auszahlung: Bis 90 Prozent, laut Anbieter binnen 48 Stunden, täglich in Krypto möglich. In Foren werden schnelle Auszahlungen gelobt, Verweigerungen habe ich keine gefunden.

Kritik: Zwei Jahre Historie sind kurz, und die Firma wächst schnell durch Marketing. Die 1-Prozent-Regel ist fair, aber wer Swing-Trades mit 2 Prozent Risiko fährt, kommt hier nicht weit. Trustpilot 4,7, aber bei knapp 500 Bewertungen und viel Community sind die Zahlen noch nicht aussagekräftig.

Ich habe zu IQ Capital einen eigenen Artikel geschrieben: IQ Capital Erfahrungen

IQ Capital

Günstigster Einstieg mit deutschem Support. Kurze Historie, kleine Bewertungsbasis.

6. OneUp Trader: wo ich angefangen habe

OneUp Trader aus Delaware ist seit 2016 im Futures-Geschäft, ohne Marketing-Getöse, mit einer Prüfung und einfachen Regeln. Meine ersten zwei Challenges liefen hier.

Kosten: Abo ab 65 $ pro Monat für 25.000 $, 150 $ für 100.000 $, 325 $ für 250.000 $. Bei den größeren Konten zahlst du 50 Prozent vorab, 50 Prozent als Aktivierung nach Bestehen. Sieben Tage kostenlos testen.

Regeln: Eine Phase, 6 Prozent Gewinnziel, mindestens 10 Handelstage, kein Zeitlimit. Trailing Drawdown, der beim Startsaldo stehen bleibt. Kein Tagesverlustlimit. Consistency Rule: Deine drei nächstbesten Tage müssen zusammen mindestens 80 Prozent deines besten Tages ergeben. Das verhindert, dass ein Glückstag die Challenge gewinnt.

Auszahlung: 100 Prozent der ersten 10.000 $, danach 90 Prozent. Per Banküberweisung am selben Tag, Krypto wöchentlich.

Kritik: Das Abo läuft, solange du in der Prüfung bist. Wer drei Monate braucht, zahlt drei Monate. Nichts über das Management ist öffentlich. Und die 3:13-Uhr-Regel (alle Positionen vor Börsenschluss zu) wird hart durchgesetzt, auch bei Verbindungsabbruch, das zeigen Trustpilot-Berichte.

Meine Erfahrung: OneUp war der Anbieter, bei dem ich die Challenge vermutlich bestanden habe. Die Regeln sind einfach, die Plattform (NinjaTrader) ist kostenlos dabei, und der fehlende Tagesverlust hat mir als Anfänger geholfen. Ob ich die Auszahlung dann wirklich geholt habe, weiß ich nicht mehr. Das sagt mehr über mich als über OneUp.

OneUp Trader

Einfachste Regeln im Futures-Vergleich, kein Tagesverlustlimit, sieben Tage gratis.

Worauf du achten musst, bevor du zahlst

Die Anbieter unterscheiden sich weniger beim Preis als bei den Regeln. Vier Dinge, die über Bestehen oder Durchfallen entscheiden:

Drawdown-Art

Statisch (FTMO): Die Verlustgrenze liegt fest bei 10 Prozent unter dem Startsaldo. Gewinne geben dir Luft nach unten.

End-of-Day-Trailing (Topstep, OneUp, IQ Capital): Die Grenze wandert mit deinem Tagesschlusssaldo nach oben. Machst du 2.000 $ Gewinn, liegt die Grenze 2.000 $ höher. Du darfst Gewinne also nicht wieder verlieren.

Intraday-Trailing (einige Programme): Die Grenze wandert in Echtzeit mit, auch mit offenen Positionen. Das ist die härteste Variante. Ein guter Trade, der zurückkommt, kann das Konto killen.

Die meisten Trader verlieren Challenges nicht wegen schlechter Strategie, sondern weil sie den Drawdown-Typ falsch verstanden haben.

Consistency Rules

Topstep, FundedNext und OneUp haben Konsistenzregeln: Dein bester Tag darf nur einen bestimmten Anteil des Gesamtgewinns ausmachen. Wer mit einem Glückstag das Ziel erreicht, hat nicht bestanden, sondern muss weiterhandeln, bis die Verteilung stimmt. Das steht im Kleingedruckten, nicht im Preis.

Versteckte Risikoregeln

FTMO und IQ Capital haben 1-Prozent-Regeln pro Trade. IQ Capital sagt es offen, bei FTMO steht es im FAQ. Beide werfen dich beim Verstoß aus dem Funded Account, FTMO ohne Vorwarnung beim ersten, IQ Capital beim dritten Mal.

Auszahlungsbedingungen

Mindestbeträge (The5ers: 250 $ im 1-Step-Programm), Auszahlungsdeckel, Wartezeiten (14 bis 21 Tage fast überall). Und das Wichtigste: Lies Trustpilot nach „payout“ oder „Auszahlung“ gefiltert, nicht nach Sternen. Eine Firma mit 4,5 Sternen und 50 Auszahlungsbeschwerden im letzten Monat ist ein Warnsignal.

Steuern: Auszahlungen sind kein Kapitalertrag

Was eine Prop Firma dir auszahlt, sind keine Kapitalerträge mit 25 Prozent Abgeltungsteuer. Du handelst nicht mit eigenem Geld, sondern bekommst eine Vergütung für eine Leistung. Das Finanzamt sieht das in der Regel als gewerbliche oder selbständige Einkünfte, mit allem, was dazugehört: Gewerbeanmeldung, Einkommensteuer, unter Umständen Umsatzsteuer. Vor der ersten Auszahlung über ein paar hundert Euro gehört das zum Steuerberater. Ich bin keiner.

Häufig gestellte Fragen

Welche Prop Trading Firmen gibt es in Deutschland?

Einen deutschen Gründer hat IQ Capital (Christoph Radecker). Alle anderen großen Anbieter sitzen in Tschechien (FTMO), Israel (The5ers), den USA (Topstep, OneUp) oder den Emiraten (FundedNext), nehmen aber deutsche Trader an. Deutscher Support ist bei FTMO und IQ Capital vorhanden.

Gibt es Prop Trading in Österreich und der Schweiz?

Ja, alle sechs Anbieter nehmen Trader aus Österreich und der Schweiz. Die Steuerfrage ist dort anders zu klären, das Prinzip ist gleich: Auszahlungen sind Einkommen, kein Kapitalertrag.

Gibt es Prop Trading ohne Challenge?

Ja, „Instant Funding“. IQ Capital, FundedNext (Stellar Instant) und Topstep (Express Funded Account) bieten Konten ohne Prüfung an. Der Preis dafür: höhere Einstiegsgebühr und niedrigerer Profit-Split. Für Anfänger lohnt sich das selten.

Kann man mit Prop Trading Geld verdienen?

Wenige. FTMO nennt selbst rund zehn Prozent Bestehensquote, davon schafft die Hälfte eine Auszahlung, im Schnitt 4.000 $. Topstep gibt für 2025 an, dass 16,8 Prozent aller begonnenen Combines bestanden wurden. Die Firmen verdienen an den Gebühren der übrigen. Wer eine Strategie hat, die über 100 Trades stabil ist, kann eine Challenge als günstigen Hebel nutzen. Wer noch keine hat, kauft für 100 Euro eine teure Lektion. Ich habe vier gekauft.

Welche Prop Firma ist seriös?

Seriös heißt für mich: zahlt seit Jahren aus, ändert Regeln nicht rückwirkend, sagt die Regeln vorher. Nach diesen Kriterien: FTMO, Topstep und OneUp haben die längste Historie ohne Skandal. The5ers hatte 2026 Auszahlungsverzögerungen. FundedNext und IQ Capital sind jung, bisher ohne bekannte Probleme.

Was kostet eine Prop Trading Challenge?

Zwischen 9 $ (IQ Capital) und 1.080 Euro (FTMO 200.000 $). Rechne mit dem Preis mal der Anzahl deiner Versuche. Bei einer Bestehensquote von einer aus vier kostet ein Funded Account bei FTMO 10.000 $ also eher 360 Euro als 89.

Fazit: drei Empfehlungen nach Typ

Ich gebe keine Rangliste mit Punktzahlen. Dafür sind die Anbieter zu verschieden und mein Wissen zu klein. Stattdessen drei Antworten auf die Frage, die du dir stellen solltest:

Du willst es einmal ausprobieren, ohne viel Geld: IQ Capital ab 9 $ oder The5ers High Stakes ab 19 $. Beides reicht, um zu merken, ob du mit den Regeln klarkommst.

Du handelst Futures: Topstep oder OneUp. Topstep ist bekannter und zahlt wöchentlich, OneUp hat die einfacheren Regeln und keinen Tagesverlust. Ich habe bei OneUp angefangen und würde es wieder tun.

Du hast eine Strategie und willst Kapital: FTMO. Die längste Historie, die klarsten Regeln, die zuverlässigste Auszahlung. Lies vorher das FAQ zur 1-Prozent-Regel.

Und egal wo: Kauf die kleinste Challenge zuerst.

Risikohinweis: CFDs und Futures sind Hebelprodukte mit hohem Verlustrisiko. Challenge-Gebühren sind bei Nichtbestehen verloren. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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4 Kommentare

  1. Hallo Erik,
    ich bin froh, dass ich zufällig Deinen Kommentar gefunden habe.
    ich bin privater Trader mit ca 8 Jahren Erfahrung und mit Ausbildung.
    Seit ca 5 Jahren trade ich täglich , so weit sich passende setups ergeben.
    meist nach der DOW HOW strategie vom Markus Gabel.
    mein Broker ist admiral markets.
    sehr zufrieden.
    So…habe ich die Einstiegsrisiken noch nicht gesehen.
    die meisten privaten Trader werden den Einstieg nicht schaffen.
    ich bleib mal beim Erlernten,,und verbessere mich .
    Dir alles Gute

    1. Avatar von Erik Freutel

      Ich wünsche Dir viel Erfolg!

  2. Josef Penninger

    Hallo Erik,

    rein zufällig bin ich nach Recherche für Prop Trader, hatte ich vorher noch nicht war genommen, auf Deine Artikel gestoßen. Dieser hat mir sehr geholfen das kurzfristige Angebot von One-Funded.com aus einer anderen Sicht war zu nehmen.
    Es ist verdammt verlockend aber über möglich Risken wird man nicht aufgeklärt. Vermutlich erst nach Anmeldung und Zahlung Einmalbetrag.
    Vielen Dank

  3. Super Artikel, Erik. Und OneUp Trader kannte ich bislang noch gar nicht….Die werde ich jetzt auch mal genauer unter die Lupe nehmen.

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