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Ich warte auf den Bus (was hier in Berlin auch mal länger dauern kann), zücke mein Handy und scrolle kurz durch den Instagram-Feed.

Es ist bei mir wohl wie bei fast allen Usern: Meistens ist das Interesse an einem Post schnell verschwunden, man überfliegt und weiter geht’s.

Aber wie schaffe ich es eigentlich, einen Instagram-Post so zu gestalten, dass meine Follower eben nicht weiterscrollen, sondern ihn sich ansehen, lesen, liken, kommentieren oder speichern? Was muss ich tun, um an Reichweite zu gewinnen und mir „einen Namen zu machen“? Diesen und anderen Fragen widmen wir uns in diesem Post.

„Keiner liest, liked, kommentiert oder speichert Deine Instagram-Posts“

 

Vorab eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte? Es gibt kein Rezept für DEN perfekten Post. Die Gute? Es gibt kein Rezept für den den perfekten Post. Ja, Du hast richtig gelesen. Eine Anleitung, die die Erreichung Deiner Ziele garantiert, existiert nicht. Das klingt natürlich erst mal wenig hilfreich. Aber genau das ist gleichzeitig auch das Positive.

Gibt es kein Rezept, kannst Du auch weniger falsch machen. Die Kunst und das Ziel sind, Dein eigenes zu kreieren, nach dem Du Deine zukünftigen Posts zubereitest.

Die Basic-Zutaten können Dir dabei trotzdem die ganze Sache erleichtern. 

1. Wer bin ich? Was präsentiere ich? Und wie? 

Bevor Du einen Post verfasst, mach Dir klar, was Du damit vermitteln möchtest. Welche Grundaussage steckt dahinter?
Sich das zu visualisieren und während des Schreibens immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, hilft den Fokus zu wahren. 

Finde Deinen eigenen Schreibstil, mit dem Du Deine Leser ansprichst. Du kannst es seriös halten, Witze einbauen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass eine gewisse Stringenz, ein roter Faden erkennbar ist. 

2. Hau sie um! 

Der erste Satz muss im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend sein.
Dabei kannst Du auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen. Beginne mit einer direkten Ansprache, einer einleitenden Frage, irgendetwas, was das Bedürfnis weckt, unbedingt weiterlesen zu MÜSSEN. Wenn die ersten Wörter den Leser noch nicht in den Bann ziehen, wird einfach weitergescrollt. 

3. All natural 

Es ist DEIN Instagram-Account. Es sind Posts, die DU verfasst. Zeig das. Zeig Dich. Suche Dir Alleinstellungsmerkmale, die Dich als Person bzw. Profil ausmachen und setze auf Authentizität statt aufgesetzte Perfektion. Natürlich möchtest Du Content vermitteln, aber Du selbst bist dabei Dein eigenes Aushängeschild.
Dein Markenzeichen sind deine grün-blauen Haare? Super! Dann sorge dafür, dass sie regelmäßig zu sehen sind und passe beispielsweise Deinen Feed an dieses Farbschema an. 

4. Mehrwert? Mehr wert! 

Deine Follower folgen Dir, weil sie Deinen Posts im besten Fall einen gewissen Mehrwert entnehmen können. Das beginnt schon bei der reinen Unterhaltung- es heißt ja nicht umsonst „Unterhaltungswert“.

Du kannst Lösungsansätze teilen und Input geben und manchmal reicht es auch schon, dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder ihn durch Denkanstöße zu motivieren. Dein eigener Content, der dich als Profil ausmacht, sollte dabei den Grundtenor angeben. 

5. In der Kürze liegt die Würze 

Die Bildunterschriften bei Instagram sind auf 2200 Zeichen begrenzt. Das bedeutet aber keinesfalls, dass Du diese Länge bis zum Maximum ausreizen solltest.
Gerade, weil der Fokus auf den Bildern liegt und der Text nach 3 Zeilen nur noch durch den Klick auf „mehr anzeigen“ zu sehen ist, solltest du lieber auf weniger, aber prägnantere Wörter setzen. 

Zeilenlange Schachtelsätze, komplizierte Fachbegriffe, die die Leser im worst case erst nachschlagen müssen, wirken abschreckend. Tatsächlich sind die kurzen Posts meistens am effektivsten. 

6. It ́s a snack! 

Um bei der kulinarischen Metapher zu bleiben: Dein Post soll ein Snack werden. Was das bedeutet? Einen Snack gönnt man sich immer wieder zwischendurch, er ist leicht verdaulich, übersichtlich und ansehnlich. Wie eine Hand voll Gummibärchen.
Eine ganze Tüte davon wäre zu viel, um die Wartezeit am Bus zu überbrücken, aber ein paar Nüsse am Morgen, ein paar Gummibärchen mittags und zum Feierabend auf der Couch einen Schokoriegel geht easy. Die richtige Dosis und Aufmachung sind ausschlaggebend. 

Bunt, lecker, immer wieder gerne! 

7. Just do it!

Damit nach dem Lesen Deines Posts nicht einfach weitergescrollt wird, ohne nochmals darüber nachzudenken oder etwas zu tun, bring ein bisschen Action rein („call to action“). Aufforderungen wie „Speichere diesen Beitrag, um ihn später wieder zu lesen“ oder „klick einfach auf den Link in meinem Profil für noch mehr Infos“, fordern Aktion. 

Etwas subtiler, aber ebenso effektiv sind beispielsweise abschließende Fragen. „Was kochst DU am liebsten?
Wie oft überdenkst Du deine Ernährung?“
Auch hier ist ein Maß an „Engagement“ von Seiten der Leser aus gefragt, Interaktion macht nahbarer und vertrauenswürdiger. Also auch zielführender. 

8. Alles eine Frage der Zeit! 

„Ach, früher oder später..“ Falsch. Tatsächlich ist es gar nicht mal so unwichtig, zu welcher Uhrzeit etwas gepostet wird. Du kannst dich an der allgemeinen „Prime-Time“ wie zum Beispiel 20 Uhr orientieren, da zu der Zeit Social Media stark genutzt wird.
Oder Du legst deinen eigenen Turnus fest, wann Du etwas teilst. Hier ist es ausschlaggebend, eine gewisse Regelmäßigkeit aufzubauen. 

Du bist Food-Blogger und postest jeden Tag um 16 Uhr ein Rezept fürs Abendessen? Deine Follower werden das schnell erkennen und wertschätzen. Denn das gibt ihnen die Möglichkeit, die Zutaten zu besorgen und Dein Rezept für den eigenen Abend nachzukochen. 

9. Das i-Tüpfelchen 

.. oder das Sahnehäubchen. Clever eingesetzt können Hashtags Deinen Post optimieren. Wichtig: Früher hieß es noch „Hauptsache viel“, heute „weniger ist mehr“.
30 Rauten sind theoretisch möglich, mehr als zehn aber eher nicht mehr sinnvoll.
Auch die Platzierung hat sich geändert: Sie sollten jetzt am besten unaufdringlich und auf den ersten Blick nicht sichtbar sein. 

Deshalb pack sie in die Kommentare statt direkt unter Deinen Post. Oder schaff einen Abstand zwischen Deinem Text und den Hashtags in Form von untereinander gesetzten Punkten. Hashtags haben im Endeffekt die Funktion, Deinem Post mehr Reichweite zu verschaffen und nicht, ihn optisch aufzuwerten. 

.. jetzt darfst Du selbst ran und Dein eigenes Rezept aus den Ingredienzien zaubern, die ich Dir hier ein bisschen vorbereitet und hoffentlich schmackhaft gemacht habe.
Und wenn Du dann soweit bist: Bon Appetit!