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Kagels Trading Erfahrungen: Mein Signal-Test mit echtem Konto, und was sich seit 2019 geändert hat (2026)

Erik Freutel

Erik Freutel

Ich teste, was mich selbst interessiert – und schreibe nur über Themen, von denen ich wirklich etwas verstehe.

Im Herbst 2019 habe ich die Forex-Signale von Kagels Trading einen Monat lang mit echtem Geld nachgehandelt. 2.827 Euro Startkapital, 27 Tage, am Ende plus 3,6 Prozent bei 80 Prozent gewonnenen Trades. Die Zahlen stehen unten, unverändert. Seitdem hat sich bei Kagels Trading viel geändert: neue Signalgeber, Telegram bei vielen Diensten, ein 14-Tage-Test für 19,90 Euro. Und ich sehe ein paar Dinge anders als 2019. Beides steht hier.

Vorweg, damit klar ist, woher ich komme: Ich habe in meinen ersten Berufsjahren für Online-Broker gearbeitet und dort mehr Trader scheitern als gewinnen sehen. Signaldienste und Expert Advisors, die dauerhaft Gewinne versprechen, habe ich seitdem grundsätzlich skeptisch angesehen. Kagels Trading war der erste Dienst, bei dem ich nach einem Monat gesagt habe: Das hat Hand und Fuß. Das gilt bis heute, mit den Einschränkungen weiter unten.

Wer Kagels Trading ist

Karsten Kagels handelt seit über 30 Jahren und betreibt mit kagels-trading.de einen der größten deutschsprachigen Trading-Blogs. Die Kagels Trading GmbH verkauft Signaldienste, Indikatoren und Kurse, inzwischen nicht nur von Karsten selbst, sondern von einem Team: Corvin Schmoller (Daytrading DAX, CFD, Forex, Bitcoin), Peter Zöller (DAX Swing), Peter Spiegel (Index-Daytrading), Heiko Zeh (Aktien, Optionsscheine), Eric Wagner (saisonales Handelssystem), Peter Sutor (Gold Future), dazu seit 2026 ein zweitägiger Kurs zu KI im Trading. Die Seite zählt inzwischen 19 Signaldienste von acht Experten.

Was Karsten Kagels von vielen unterscheidet, die im deutschen Trading-Internet verkaufen: Er handelt selbst, seit Jahrzehnten, und die Seite liefert seit Jahren kostenlose Analysen, die man prüfen kann. Ich habe in diesem Blog einige Trading-Anbieter kritisch besprochen. Kagels gehört zu denen, die ich ernst nehme, was nichts daran ändert, dass die Rechnung unten für alle gilt.

Der Test 2019: ein Monat, echtes Konto

Ich habe die Forex-Swing-Signale (Majors) abonniert und jedes Signal auf einem Realkonto bei JFD nachgehandelt, ohne eigene Entscheidungen, so wie ein Abonnent es tun würde.

Zeitraum24.08. bis 23.09.2019, 27 Tage
Startkapital2.827 €
Endstand2.917 €
Gewinn+3,6 % (417 € Profit bei zwischenzeitlich offenen Positionen)
Trades0,9 pro Tag, im Schnitt 2,9 Tage Haltedauer
Gewonnene Trades80 %
Profitfaktor11,6
Höchster Rückgang−0,1 %
Schlechtester Tag−2,53 €

Das Monatsergebnis war überdurchschnittlich, das war mir schon damals klar. Ich habe nicht erwartet, dass jeder Monat 80 Prozent Trefferquote bringt, und es wäre auch nicht passiert. Was mich überzeugt hat, war nicht die Rendite, sondern die Struktur.

Was die Signale gut gemacht haben

  • Jedes Signal kam mit Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit. Keine Market-Orders, sondern Limit-Orders, das heißt, ich konnte sie morgens einstellen und arbeiten gehen.
  • Zu jedem Signal gab es eine Erklärung mit Chart: warum dieses Währungspaar, warum dieses Niveau, welcher Widerstand. Ich habe in dem Monat mehr über Forex gelernt als in den zwei Jahren davor.
  • Vor wichtigen Terminen (Zinsentscheidungen, Arbeitsmarktdaten) kam eine kurze Warnung mit konkreter Anweisung.
  • Die Übersicht offener und geschlossener Positionen kam mit jedem Signal, ich musste nichts selbst nachhalten.
Signalmail von Kagels Trading aus dem Test 2019 mit Einstieg, Stop und Ziel
Signale per Mail, damals. Heute läuft es je nach Dienst über Telegram — die Forex-Majors kommen weiter per Mail.

Was mir schon 2019 nicht gefiel

  • Die Positionsgrößen sind bewusst klein. Das ist gutes Risikomanagement, heißt aber: Wer mit 2.000 Euro und Monatsabo einsteigt, holt die Abokosten kaum wieder rein.
  • Es braucht Margin für sechs bis acht gleichzeitig offene Positionen. Mit einem Mini-Konto geht das nicht.
  • Renditeerwartungen über 20 Prozent im Jahr sind mit dieser Struktur unrealistisch. Wer das erwartet, ist hier falsch, und das ist ein Kompliment an die Signale.

Was sich seit 2019 geändert hat

Ich habe die Signale nach dem Test nicht weiter abonniert, das sage ich offen. Der Grund war nicht Kagels, sondern dass ich Trading seitdem als Spiel betreibe, nicht als Einkommen. Was ich für dieses Update geprüft habe, ist das aktuelle Angebot, die Preise und die Bedingungen, Stand September 2026.

SignaldienstTraderMarktPreis danachTesten
Forex Swing (Majors)Karsten Kagels7 Währungspaare, 1 bis 3 Signale pro Woche246 € alle 6 Monate, also 41 € im Monat14 Tage testen*
DAX SwingPeter ZöllerDAX 40, 1 bis 3 Signale pro Woche99 € monatlich14 Tage testen*
DAX DaytradingCorvin SchmollerDAX 40, täglich414 € alle 6 Monate, also 69 € im Monat14 Tage testen*
CFD SwingKarsten KagelsDAX, Dow, Nasdaq, S&P 500, Gold, Silber, Forex59,95 € monatlich14 Tage testen*
Gold & SilberKarsten KagelsGold, Silber, tägliche Analyse365 € im Jahr, also 30 € im Monat14 Tage testen*
KI für TraderKagels und Bjarne Claussen2-Tage-Livekurs, Claude Code, TradingView, Journal890 € regulär, kein AboZum Kurs*

Die Preise stammen von den Bestellformularen, Stand September 2026 — auf kagels-trading.de selbst stehen keine. Der Test kostet überall 19,90 Euro für 14 Tage, beim CFD-Dienst 19,95 Euro. Telegram hat die Mail nicht überall abgelöst: DAX Swing, DAX Daytrading sowie Gold und Silber kommen per Telegram, die Forex-Majors und die CFD-Signale weiter per E-Mail.

Auf die Kündigungsregel lohnt ein Blick. Sie steht nicht auf der Produktseite, sondern in den AGB, § 9: Für Abokündigungen gilt eine Frist von 14 Tagen zum Ende des Bezugszeitraums, schriftlich per E-Mail, Fax oder Post. Es zählt nicht der Tag, an dem du die Mail abschickst, sondern der Tag, an dem sie ankommt, und wirksam wird die Kündigung erst mit der Bestätigung des Kundenservice. Wer die Frist verpasst, dessen Abo läuft weiter — bei einem Halbjahresabo also sechs Monate. Eine vorzeitige Abbestellung innerhalb eines laufenden Zeitraums ist laut AGB nicht möglich. Innerhalb der ersten 14 Tage kannst du dagegen jederzeit formlos widerrufen, das ist der Test.

Neu seit 2026: „KI für Trader“, der Kurs, den ich mir selbst ansehe

Das ist das erste Produkt von Kagels Trading, das keine Signale verkauft, sondern das Gegenteil: Werkzeuge, um eigene Analysen zu bauen. Zwei Tage live, Samstag und Sonntag je 10 bis 16 Uhr, 890 Euro regulär und zu einzelnen Terminen günstiger, höchstens 20 Teilnehmer, unterrichtet von Karsten Kagels und Bjarne Claussen. Inhalt: Claude Code auf einem Server für 6 Euro im Monat, Anbindung an TradingView und die eigenen Kursdaten, ein Agent, der die Charts scannt und sich per Telegram meldet, ein automatisches Trading-Journal, und Karstens Methode als fertiger KI-Skill.

Ich schreibe das hier nicht als Test, ich habe den Kurs nicht gemacht. Ich schreibe es, weil es genau das ist, was ich seit einem Jahr mit Claude Code für diesen Blog und für Kunden baue, nur auf Trading übertragen. Wer schon eigene Setups auf einem Server betreibt, wird die Hälfte kennen. Wer noch nie ein Terminal geöffnet hat, sollte Vorbereitungszeit einplanen. Der nächste Termin ist der 21. und 22. November 2026, es gibt eine Zufriedenheitsgarantie über 14 Tage.

Davor gibt es einen billigeren Test: Auf den Bannern der Kagels-Blogartikel läuft ein kostenloses Live-Webinar mit Bjarne Claussen am Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr, laut Banner „auch für Einsteiger“. Auf der Kursseite selbst steht das nicht, nur quer über den Blogartikeln. Das Webinar ist der richtige Test: Wenn du danach weißt, was ein MCP-Server ist und warum du einen willst, lohnt der Kurs. Wenn nicht, sparst du 890 Euro.

Zum Kurs „KI für Trader“*

Der 14-Tage-Test für 19,90 Euro ist die wichtigste Änderung. 2019 musste ich einen Monat für den vollen Preis kaufen, um zu wissen, ob es passt. Heute kostet die Antwort auf dieselbe Frage 19,90 Euro. Wer die Signale ernsthaft prüfen will, sollte in den zwei Wochen jeden Trade in eine Tabelle schreiben, Einstieg, Stop, Ziel, Ergebnis, und am Ende nicht auf die Summe schauen, sondern auf die Frage: Hätte ich jeden dieser Trades selbst verstanden? Und den Kalender stellen: Wer nach dem Test nicht will, muss rechtzeitig kündigen, siehe oben.

Die Rechnung, die vor dem Abo gehört

Das hat mir 2019 gefehlt, und es fehlt auf den meisten Seiten, die Signale verkaufen: Ein Signaldienst kostet Geld, egal ob er gewinnt. Diese Kosten muss das Konto erst verdienen, bevor ein Euro Gewinn übrig ist.

KontogrößeAbo 99 € / MonatAbo 60 € / MonatNötige Rendite pro Monat, nur für die Kosten
2.000 €5,0 %3,0 %mehr als jeder Signaldienst dauerhaft liefert
5.000 €2,0 %1,2 %ambitioniert, aber möglich
10.000 €1,0 %0,6 %realistisch
25.000 €0,4 %0,2 %unproblematisch

Kagels Trading empfiehlt selbst 5.000 Euro Mindestkonto. Nach dieser Tabelle ist das die Untergrenze, nicht die Empfehlung. Mit meinen 2.827 Euro von 2019 hätte ich bei einem Monatsabo für 99 Euro 3,5 Prozent im Monat allein für die Kosten gebraucht. Dass der Testmonat trotzdem im Plus war, lag am Ergebnis, nicht an der Rechnung.

Die zweite Zahl, die man einordnen muss: „Trefferquote 70 bis 80 Prozent“ steht bei fast jedem Signalgeber, auch hier. Das ist ein Ziel, keine Statistik. Meine 80 Prozent im Testmonat waren ein guter Monat. Ein schlechter Monat mit 45 Prozent und drei ausgestoppten Trades hintereinander kommt bei jedem Dienst, auch bei diesem. Wer nach zwei Wochen Test entscheidet, hat noch keinen schlechten Monat gesehen.

Für wen Kagels Trading taugt, für wen nicht

Für Berufstätige mit 5.000 Euro aufwärts, die lernen wollen: Die Swing-Signale mit Limit-Orders und Erklärungen sind das Beste, was ich in dem Bereich gesehen habe. Ein halbes Jahr mitlesen, mittraden, Tabelle führen, dann entscheiden, ob man es selbst kann.

Für Leute, die Signale als Einkommen sehen: Nein. Nicht bei Kagels, nicht woanders. Die Tabelle oben zeigt, warum. Wer vom Trading leben will, braucht Kapital, das die Abokosten zur Randnotiz macht, und dann braucht er die Signale nicht mehr. Wie schwer das ist, steht in meinem Artikel darüber, wer im Netz womit wirklich Geld verdient — wer Trading verkauft, verdient am Verkauf, nicht am Trading.

Für Daytrader: Die Daytrading-Signale von Schmoller und Spiegel habe ich nicht getestet, dazu kann ich nichts sagen außer dem, was auf der Seite steht. Mehr Signale pro Tag heißt mehr Trades, mehr Spread, mehr Bildschirmzeit. Das ist ein anderes Produkt als das, was ich 2019 geprüft habe.

Für alle, die „die Wahrheit über Karsten Kagels“ suchen: Es gibt keine. Er ist ein Trader, der seit 30 Jahren handelt und seit 20 Jahren darüber schreibt, und der Geld verdient, indem er Signale und Kurse verkauft. Beides ist offen, beides ist legal, und ob es sich für dich lohnt, steht in der Tabelle oben, nicht in einer Enthüllung.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Kagels Trading?

Je nach Signaldienst zwischen 30 und 99 Euro im Monat, günstiger bei längerer Laufzeit. Der Einstieg ist überall der 14-Tage-Test für 19,90 Euro. Die Preise der einzelnen Dienste stehen in der Tabelle oben, Stand September 2026.

Kann man Kagels Trading kündigen?

Ja, aber mit Frist. Laut AGB § 9 gilt für Abos eine Kündigungsfrist von 14 Tagen zum Ende des Bezugszeitraums, schriftlich per E-Mail, Fax oder Post. Es zählt der Zugang, nicht der Versand, und wirksam wird die Kündigung erst mit der Bestätigung des Kundenservice. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert sich das Abo um den nächsten Zeitraum. Innerhalb der ersten 14 Tage nach dem Kauf geht der Widerruf jederzeit formlos.

Sind die Trading-Signale seriös?

Nach meinem Test ja: reale Trades, mit Begründung, mit Stop-Loss, ohne Renditeversprechen. Seriös heißt aber nicht profitabel für jeden. Ob es sich lohnt, hängt an deiner Kontogröße, siehe die Rechnung oben.

Welcher Broker passt zu den Signalen?

Kagels Trading gibt keine Empfehlung, ich auch nicht. Es braucht einen Broker mit MetaTrader oder einer Plattform, auf der man Limit-Orders mit Stop und Ziel setzen kann. Ich habe 2019 JFD genutzt.

Gibt es Alternativen zu Kagels Trading?

Wenn du Signale willst: Ich kenne keinen deutschen Dienst, den ich lieber empfehlen würde. Wenn du lernen willst, statt zu kopieren: eine Trading-Ausbildung, die dir erklärt, warum ein Trade gemacht wird, damit du irgendwann keine Signale mehr brauchst.

Risikohinweis: Forex und CFDs sind Hebelprodukte, mit denen die meisten Privatanleger Geld verlieren. Der Test von 2019 ist ein Monat mit einem kleinen Konto und sagt nichts über künftige Ergebnisse. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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1 Kommentar

  1. Peter Hoßfeld

    Hallo Erik, vielen Dank für den Kommentat zu Kagels Tradingsignalen. Da ich schon seit einiger Zeit überlege diese zu bestellen, waren Deine Kommentare sehr hiflreich!

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