Ich habe das am eigenen Blog gemerkt. Nicht durch eine Theorie. Sondern durch Zahlen die sich verändert haben. Seit Google E-E-A-T ernst nimmt, reicht es nicht mehr einfach einen Artikel zu schreiben und auf Rankings zu hoffen. Google will wissen wer dahinter steckt. Was die Person erlebt hat. Ob sie wirklich Ahnung hat – oder nur gut googeln kann.
Jahr in dem Google das zweite E hinzugefügt hat
Jahre eigene Erfahrung die in jeden Artikel fließen
Blog-Umsatz 2024 – aufgebaut mit E-E-A-T als Grundprinzip
Inhaltsverzeichnis
Was E-E-A-T überhaupt bedeutet
Experience
Erfahrung
Expertise
Fachwissen
Authoritativeness
Autorität
Trustworthiness
Vertrauen
Google bewertet damit nicht nur den Inhalt eines Artikels – sondern den Menschen oder die Organisation dahinter. Die Frage die Google stellt: Würde ich diesem Menschen vertrauen wenn es um dieses Thema geht?
E-E-A-T ist kein direkter Ranking-Faktor im technischen Sinne – es gibt keinen „E-E-A-T Score“ der in Googles Algorithmus eingeht. Es ist ein Framework das beschreibt was Google als qualitativ hochwertig betrachtet. Google setzt menschliche Quality Rater ein die Seiten anhand dieser Kriterien bewerten. Deren Bewertungen fließen in die Algorithmus-Entwicklung ein – nicht in direkte Rankings.
Der Effekt ist trotzdem real und messbar. Seiten mit hoher E-E-A-T ranken langfristig besser – besonders nach Google-Updates die regelmäßig „low quality content“ abwerten.
Die vier Faktoren im Detail
Das neueste und wichtigste Element. Google will sehen dass der Autor das Thema nicht nur kennt – sondern gelebt hat. Ein Artikel über Google Ads von jemandem der selbst Konten betreut ist wertvoller als ein Artikel von jemandem der die Google-Dokumentation zusammengefasst hat. Beide können korrekt sein. Nur einer hat echte Experience. Sichtbar wird das durch: konkrete Zahlen aus eigenen Projekten, persönliche Fehler die beschrieben werden, spezifische Situationen die nur jemand mit echter Praxis kennt.
Signal: „Ich habe…“ statt „Man sollte…“
Formale Qualifikationen, Zertifizierungen, messbare Ergebnisse. Bei medizinischen Themen: Arzt oder nicht. Bei Google Ads: Google-zertifiziert, wie viel Ad-Spend betreut, wie lange im Bereich. Expertise ohne Experience ist möglich (jemand der ein Thema intensiv studiert hat) – aber Google bewertet Experience mittlerweile höher. Expertise signalisiert man durch: Zertifizierungen erwähnen, Ausbildung nennen, konkrete Kennzahlen aus der Praxis.
Signal: Nachweisbare Qualifikationen und Ergebnisse
Wie bekannt und respektiert ist der Autor oder die Website in seinem Fachgebiet? Backlinks von relevanten Quellen, Erwähnungen in Fachpublikationen, Einträge in Wikipedia, Gastbeiträge auf bekannten Plattformen. Autorität baut sich langsam auf – aber jeder Schritt zählt. Ein Blog der konsequent ein Thema behandelt baut Autorität auf. Ein Blog der über alles schreibt, über keins.
Signal: Externe Erwähnungen, Backlinks, thematische Fokus
Impressum vorhanden? Datenschutzerklärung aktuell? Quellen verlinkt? Fehler korrigiert und transparent kommuniziert? Kontaktmöglichkeiten vorhanden? Trust ist das Fundament – ohne es nützen Experience, Expertise und Autorität wenig. Google prüft ob eine Seite transparent ist über wer dahintersteckt, wie Inhalte entstehen und ob Interessenkonflikte offengelegt werden (z.B. Affiliate-Links).
Signal: Impressum, Datenschutz, Quellen, Transparenz
Warum Experience jetzt vor Expertise steht
Das zweite E – Experience – wurde erst 2022 hinzugefügt. Das ist kein Zufall. Google hatte ein Problem: Viele Seiten präsentierten hervorragendes Fachwissen ohne je die Erfahrung dahinter zu haben. KI-generierte Inhalte beschleunigten das Problem. Ein Algorithmus kann Expertise simulieren – aber keine echte Erfahrung.
Der Unterschied in der Praxis: Ein Artikel über Google Ads Fehler von jemandem der selbst hunderte Konten übernommen und analysiert hat ist fundamental anders als ein Artikel der von jemandem geschrieben wird der Google Ads nie selbst betrieben hat. Beide können dieselben Fehler benennen. Nur einer kennt die Nuancen – warum ein bestimmter Fehler in bestimmten Branchen häufiger vorkommt, welche Kombination von Fehlern besonders teuer wird, was die ersten Anzeichen sind.
„E-E-A-T lässt sich nicht faken. Entweder du hast die Erfahrung – oder du hast sie nicht. Google merkt den Unterschied früher oder später. Und KI-generierter Content wird das Problem nicht lösen – er wird es beschleunigen.“
Was ich konkret geändert habe – und was du tun kannst
Jeder Artikel hat eine Autorenbox. Name, Foto, Bio mit konkreten Zahlen. Nicht „Online-Marketing Experte seit vielen Jahren“ sondern „11 Jahre Google Ads, 350.000 € monatlicher Ad-Spend, NextGen Media Berlin“. Klingt selbstverständlich. Die meisten Blogs haben es trotzdem nicht. Google liest die Autorenbox und verknüpft sie mit dem Autorenprofil der Domain. Ohne Autorenbox ist jeder Artikel anonym – das ist E-E-A-T Schwäche.
Aufwand: 30 Min einmalig
Früher: „Es empfiehlt sich, Negative Keywords regelmäßig zu prüfen.“ Heute: „Ich prüfe Negative Keywords jede Woche. Hier ist warum und wie.“ Der Inhalt ist derselbe. Aber der zweite Satz signalisiert Erfahrung. Der erste könnte von jemandem kommen der das Thema nur recherchiert hat. Diese Änderung kostet keine zusätzliche Zeit – sie ist eine Schreibgewohnheit die bewusst trainiert werden muss.
Aufwand: Schreibgewohnheit ändern
Nicht „Google Ads kann teuer werden“ sondern „Ich habe ein Konto übernommen mit 1.200 € Budget, null Anfragen, alles auf Broad Match.“ Nicht „hohe Conversion Rates sind möglich“ sondern „In einem Konto das ich betreue liegt die Conversion Rate bei 7,3% – durch Wechsel von Homepage auf dedizierte Landingpage.“ Zahlen lügen nicht. Sie signalisieren echte Erfahrung und machen den Inhalt gleichzeitig nützlicher.
Aufwand: 15 Min pro Artikel
Die Über-mich-Seite ist unterschätzt. Für Google ist sie ein zentrales Signal: Wer ist der Autor? Hat er das Recht über diese Themen zu schreiben? Ich habe meine komplett überarbeitet – mit Werdegang, konkreten Zahlen, LinkedIn-Verlinkung, Foto und einer klaren Aussage warum ich über Google Ads schreibe. Eine leere oder generische Über-mich-Seite ist ein messbares E-E-A-T Problem.
Aufwand: 1–2 Stunden einmalig
Wer Behauptungen aufstellt und nie eine Quelle verlinkt wirkt unsicher. Ich verlinke bewusst auf Google-Dokumentation, Studien oder vertrauenswürdige Quellen – besonders wenn ich etwas behaupte das nicht aus eigener Erfahrung kommt. Das signalisiert Seriosität und gibt Google weitere Kontextsignale über die Qualität des Inhalts.
Aufwand: 10 Min pro Artikel
Ein Blog der über Google Ads, Reisen, Kochen und Fitness schreibt hat für keines dieser Themen E-E-A-T. Autorität baut sich durch thematische Tiefe auf, nicht durch Breite. Mein Blog schreibt über Google Ads, SEO und Blogging – weil das zusammenhängt und weil ich darin echte Erfahrung habe. Jeder Artikel in einem fremden Thema verwässert die thematische Autorität.
Prinzip: Tiefer statt breiter
Besonders wichtig bei YMYL-Themen
YMYL steht für „Your Money or Your Life“ – Themen wo falsche Informationen echten Schaden anrichten können: Finanzen, Gesundheit, Recht, Sicherheit, Politik.
Wer über diese Themen schreibt ohne nachweisbare Expertise hat es schwer. Google setzt hier die Messlatte bewusst höher – weil die Konsequenzen falscher Informationen real sind. Ein Artikel über ETF-Sparpläne von jemandem der selbst nie investiert hat, ein Artikel über Medikamente von einem Nicht-Mediziner, ein Artikel über rechtliche Fragen von einem Nicht-Juristen – all das bewertet Google skeptischer.
Google Ads liegt in einer Grauzone: Es ist kein klassisches YMYL-Thema, aber es geht um echtes Geld. Ein falscher Rat kann ein Unternehmen Tausende Euro kosten. Deshalb ist E-E-A-T auch hier wichtig – und deshalb unterscheiden sich meine Artikel von Artikeln die nur theoretisch korrekt aber praxisfern sind.
E-E-A-T in Zeiten von KI-Content
Das ist die wichtigste aktuelle Frage im SEO: Wie bleibt man relevant wenn KI massenweise Content produziert?
Die Antwort liegt in E-E-A-T. KI kann Expertise simulieren. KI kann vertrauenswürdigen Ton imitieren. Aber KI hat keine echte Experience – keine Kunden die sie betreut hat, keine Konten die sie übernommen hat, keine Fehler die ihr selbst passiert sind.
Konkrete Erfahrungen aus echten Projekten einbringen. Den Fehler beschreiben den man selbst gemacht hat. Die Nuance kennen die nur jemandem mit echter Praxis auffällt. Das ist der Schutzwall den echte Experience bietet – und warum E-E-A-T langfristig wichtiger wird, nicht weniger.
Was du heute konkret tun kannst
- Autorenbox prüfen: Steht auf jedem Artikel wer du bist – mit konkreten Zahlen und Angaben?
- Über-mich-Seite: Zeigt sie klar warum du zu deinen Themen berechtigt bist?
- Schreibstil-Audit: Schreib die ersten 3 Sätze deines letzten Artikels um – von passiv zu Ich-Perspektive.
- Impressum und Datenschutz: Vorhanden, aktuell und leicht auffindbar?
- Externe Verlinkungen: Verlinkst du auf Quellen wenn du etwas behauptest?
- Thematischer Fokus: Sind alle Artikel auf deinem Blog thematisch kohärent?
Häufige Fragen zu E-E-A-T
Wie lange dauert es bis E-E-A-T Wirkung zeigt?
Das ist keine schnelle Optimierung. E-E-A-T baut sich über Monate und Jahre auf. Konkrete Maßnahmen wie eine bessere Autorenbox oder eine ausgebaute Über-mich-Seite können nach wenigen Wochen erste Signale senden – besonders wenn Google die Seite neu crawlt. Den vollen Effekt sieht man oft nach 6–12 Monaten konsequenter Arbeit. E-E-A-T ist ein Marathon, kein Sprint.
Kann ich E-E-A-T mit KI-generiertem Content aufbauen?
Nein – zumindest nicht langfristig. KI kann Texte produzieren die korrekt klingen. Aber Google erkennt zunehmend den Unterschied zwischen Inhalten mit echter Experience dahinter und Inhalten die nur gut klingen. Und Nutzer merken es auch: sie kommen nicht wieder wenn der Inhalt keine echten Einblicke bietet. KI als Werkzeug zur Unterstützung – ja. KI als Ersatz für echte Erfahrung – nein.
Ist E-E-A-T nur für große Websites relevant?
Nein. Kleine Blogs mit echter Erfahrung können große generische Websites schlagen – wenn sie in einem spezifischen Themenbereich tiefer gehen und echte Experience zeigen. Ein Einzelperson-Blog über Google Ads für Selbstständige kann für bestimmte Keywords besser ranken als große Marketing-Portale – wenn die E-E-A-T Signale stärker sind.
E-E-A-T hat meine Herangehensweise ans Schreiben verändert. Nicht weil Google es verlangt – sondern weil es richtig ist. Ein Artikel der auf echter Erfahrung basiert ist besser als einer der nur gut optimiert ist. Das war schon immer so. Wer echte Erfahrung hat und sie sichtbar macht, hat langfristig einen Vorteil den man nicht kaufen kann. In einer Welt in der jeder KI-Content produzieren kann, ist echte Experience das wertvollste Asset das ein Content-Ersteller haben kann. Besonders wenn du als Selbstständiger gegen große Agenturen und Portale rankst – ist deine persönliche Erfahrung der einzige Hebel den du hast den die nicht kopieren können. Und wenn du Google Ads parallel aufbauen willst: mit dem Google Ads Rechner kannst du prüfen ob dein Budget stimmt – oder direkt schauen was meine Google Ads Betreuung kostet.